Die Geschichte des Schachspiels

Das Schachspiel hat erstaunlicherweise eine spannende Geschichte. Es existiert in seiner heutigen Form seit dem 15. Jahrhundert, aber andere Varianten gab es schon viel früher.

Der Ursprung vom Spiel

Es ist nicht eindeutig bekannt, wo genau das Schachspiel ursprünglich herkommt. Man vermutet, dass es aus Indien, Persien oder China stammt. Es ist zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert im Nahen Osten entstanden, wo es in verschiedenen Varianten existierte. Schachforscher sind sich auch heute nicht sicher, wie genau das Spiel entstanden ist. Man kann nur vermuten, dass es über die Jahre hin zu dem Spiel geworden ist, welches wir heute kennen.

Schach kommt nach Europa

Im 7. Jahrhundert verbreitet sich das Schachspiel im Nahen Osten unter der islamischen Expansion. Über die nächsten zwei bis vier Jahrhunderte wanderte das Spiel mit dem Byzantinischen Reich über Russland und von dort nach Europa.

In Europa verbreitet sich das Schachspiel zwischem dem 9. und 11. Jahrhundert. Hierbei galt die Beherrschung des Spiels als ritterliche Tugend, allerdings wurde es von der Kirche nicht gebilligt.

Das moderne Schach entsteht

Im 15. Jahrhundert verändert sich alles sehr schlagartig. Schach wird auf einmal beliebt, und das liegt daran, dass sich die Regeln des Spiels wandeln. Der Bauer darf jetzt anfangs gleich zwei Schritte machen, statt nur einen, und der Läufer kann beliebig weit springen. Vorher durfte der Läufer nur zwei Schritte ausführen.

Aber die größte Veränderung in den neuen Regeln ist die Bewegungsart der Dame. Die durfte bisher nur ein Schritt in die diagonale Richtung ziehen, aber im modernen Schach ist sie die mächtigste Figur auf dem Brett. Die Dame darf nämlich beliebig weit in alle Richtungen ziehen. Um diese Regeln nicht zu vergessen, gab es im Jahre 1616 auch die erste Spielanleitung in deutscher Sprache. Sie hieß „Das Schach- oder König-Spiel“ und wurde von Gustavus Selenus verfasst.

Schach im Turnier

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gab es regelmäßige Schachturniere. Bereits 1886 fand die erste Schach-Weltmeisterschaft statt. Die gewann Willhelm Steinitz, auch heute noch ein bekannter Name unter Schachspielern.

Um Ordnung zu schaffen, wurde 1924 der Weltschachverband FIDE gegründet. Dieser übernahm unter Anderem die Organisation des Weltschachturnieres. Jedoch herrschte nicht immer Friede unter den Schachspielern. So gab es zwischen 1993 und 2006 zwei rivalisierende Weltmeistertitel.

Das lag daran dass, Garri Kasparov (ein ehemaliger Schachweltmeister) sich mit dem Weltschachverband zerstritten hatte und seine eigene Organisation gründete. In dieser verlieh er den klassischen Weltmeistertitel, wobei FIDE weiterhin den offiziellen Weltmeistertitel vergab. Der Großteil der Schach-Öffentlichkeit erkannte allerdings den FIDE-Titel nicht an. Erst 2006 wurden die beiden Weltmeistertitel erfolgreich vereint.

Heutzutage kann man Schach nicht nur auf dem Brett, sondern auch zum Beispiel ganz einfach am Computer spielen. Es gibt sogar Schach-Spielautomaten, bei denen man gleichzeitig Schach spielen und Geld gewinnen kann.